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Alexander von Obert, technischer Redakteur in München


Warum treibt jemand den Aufwand eines Ingenieurstudiums, um dann technischer Redakteur, also Spracharbeiter, zu werden? Weil er auch kontaktfreudig ist und eine sprachliche Begabung hat. Das ist die Kurzfassung meines Berufsweges in die technische Dokumentation. Weitere Fakten finden Sie auch über die Navigationsleiste links.

Mein Motto: Ich mache komplexe Technik für Techniker verständlich.

Immer wieder beobachte ich Kommunikationsprobleme zwischen Projektbeteiligten. Das müssen nicht Fachfremde wie Entwickler und Marketingmensch sein, auch viele Entwickler haben untereinander Kommunikationsprobleme. Bekannt ist beispielsweise der Effekt, dass in einem Software-Entwicklerteam die Leistung nicht linear mit der Teilnehmerzahl ansteigt. Es kann also sinnvoller sein, einen technischen Redakteur ins Team aufzunehmen – und nicht noch einen Entwickler.

Schon mehr als einmal wurde in der Redaktionskonferenz für meine technische Dokumentation geklärt, an welchen Stellen am Projekt beteiligte Arbeitsgruppen über Jahre aneinander vorbei geredet hatten.

Meine Spezialität: Ich arbeite auf Gebieten, für die es kaum einen spezialisierten technischen Redakteur gibt.

Für viele Bereiche gibt es darauf spezialisierte technische Redakteure. Das gilt beispielsweise für Maschinenbau oder KFZ-Bereich. Ich konzentriere mich aber auf Bereiche, für die es diese Spezialisten nicht gibt. Hier setze ich meine Ingenieurausbildung und über 20 Jahre Erfahrung ein: Eine gewisse Einarbeitungszeit gestehen mir meine Kunden zu, aber innerhalb von Wochen werde ich auch auf bislang recht fremden Fachgebieten produktiv. Ganz überwiegend arbeite ich als technischer Redakteur für firmeninterne Unterlagen wie Betriebshandbücher.

Angestelltenzeit:
Hard- und Software-Entwickler, technischer Redakteur

Nach dem Elektrotechnik-Studium arbeitete ich zunächst als Hard- und Software-Entwickler, ehe ich zum Überzeugungstäter in Sachen Schreiben wurde. Bei einen Hersteller von Medizinelektronik schrieb ich fünf Jahre lang technische Dokumentation. Dort war ich der Mr. Serviceanleitung. Auch die eine oder andere Applikationsanleitung entstand in dieser Zeit. Für ein halbes Jahr ließ ich mich auch einmal als Softwareentwickler an die Entwicklung ausleihen. Dort schrieb ich in C Software zum Mustervergleich von EKG-Signalen.

Seit 1989:
selbständiger Dokumentations-Dienstleister

1989 machte ich mich selbständig und fand recht schnell das Thema elektronische Dokumente: 1990 organisierte ich im Rahmen des Fachverbandes tekom die erste Fachtagung Online-Dokumentation. Heute erstelle ich mit Vorliebe große, vernetzte Systeme, etwa diese Website. 300 Seiten und 1500 Links sind die sinnvolle Untergrenze für die Methoden, die ich hier anwende. Am reinsten sind diese Ideen bei TC Forum zu erkennen. Aber ich beschränke mich nicht auf diesen Fachbereich, natürlich schreibe ich auch viel für das Zielmedium Papier.

Was ich zu dieser Zeit noch nicht wissen könnte: Die hier angesprochenen Automatisierungsmethoden nahmen vieles vorweg, das bis heute in den meisten XML-Systemen nur unvollkommen verwirlicht wird. Mittlerweile ist das Thema XML viel zu breit, als dass ich es als Einzelkämpfer sinnvoll abdecken könnte. Aber wenn es um die Perspektive des technischen Redakteurs auf diese Technik geht, kann ich intensiv mitreden.

Breites Wissen und große Erfahrung
für technische Dokumentation

Meine Kunden stellen mich vor immer wieder neue technische Herausforderungen und vertrauen mir auch Aufgaben außerhalb des Bereichs technische Dokumentation an. Gelegentlich suche ich mir Kooperationspartner, etwa wenn es tief in den Maschinenbau hinein geht oder Übersetzungen in Fremdsprachen benötigt werden. Interne technische Dokumentation schreibe ich regelmäßig auf englisch. Einige Bereiche dieser Website zeigen, wie sehr ich mit dem Berufsstand der Übersetzer verbunden bin.

Meine professionelle Entwicklerzeit ist lange her, die eigenen Erfahrungen sind aber immer präsent – auch weil ich in begrenztem Maß immer noch als Entwickler aktiv bin. So ersparte ich Weihnachten 2000 meinem Kunden eine Fertigungsunterbrechung, weil ich die Unverträglichkeit durch die Hardwareänderung eines Lieferanten erkannte und die Lösung lieferte.

Von Gleichspannung bis 2,4 GHz bin ich daheim, in der Hardware ebenso wie im IT-Bereich. Für einen großen deutschen Halbleiterhersteller schrieb ich Marketingartikel über Telekommunikationsbausteine, für einen Telekommunikationskonzern pflegte ich über Jahre die Programmieranleitung für Telefon-Nebenstellenanlagen mit vier- bis fünfstelliger Durchwahl. Da gibt es schon über ein Dutzend verschiedene Besetztzeichen, deren Betreuer meinte "das habe ich erst nach Monaten kapiert". Meine entsprechende Anleitung war bedeutend früher fertig...

Meine letzten Kunden ließen mich Konfigurations- und Installationsunterlagen für Glasfasersysteme (320 Gbit/s über 100 km auf einer Glasfaser) oder Algorithmusbeschreibungen für die Kalibration von Chiptestern (2048 Kanäle auf < 100 ps synchron) schreiben. Oft genug sind das rein interne Unterlagen, die primär zur Kommunikation innerhalb eines Entwicklerteams dienen. Dass ich damit den Entwicklern die Kollegen von der Anwenderdokumentation vom Leib halte, ist schon eher Nebeneffekt: Nur 20% meiner Texte werden an die Anwender weitergegeben – das sind dann aber immer noch Fertigungstechiker und Ingenieure von Halbleiterherstellern.

Von den Chiptestern stieg ich in die Energietechnik um: Bei einem der großen deutschen Stromversorger schreibe ich Fahranleitungen, also Kurzanleitungen für das Fahrpersonal. Auf typisch 50 Seiten steht hier die Quintessenz zum Betrieb einer Turbogruppe, eines Dampferzeugers oder der Rauchgasreinigung. So eine technische Dokumentation ersetzt natürlich nicht die diversen Regalmeter technischer Dokumentation, die es in jedem Kraftwerk gibt. Aber es gibt jetzt eine übergeordnete Dokumentationsebene, die das Fahrpersonal in vernünftiger Zeit durcharbeiten und verstehen kann. Hier werden Zusammenhänge quer über die einzelnen Anlagenteile erklärt und gezielt auf die Herstellerdokumentation und andere Unterlagen verwiesen.

Meine Vertrautheit mit komplexen elektronischen Dokumenten öffnete mir auch die militärische Dokumentation. Hier entsteht gegenwärtig rund um die Spec 1000 D eine Technik, in der ein Rechner Schritt-für-Schritt-Anleitungen für jeden speziellen Reparatur- oder Wartungseinsatz berechnet und z.B. überflüssige Arbeitsschritte wegoptimiert: Klappe auf, Teil wechseln, Klappe zu – Klappe auf, abschmieren, Klappe zu

Allein im stillen Arbeitszimmer gelingt ein solcher Berufsweg nicht. 20 Jahre war ich im Berufsverband tekom e.V. aktiv. Intensiver Austausch mit Kollegen und kontinuierliche Weiterbildung, innerhalb und außerhalb dieses Verbandes, sind für mich unverzichtbar.

Internet-Aktivitäten

Das Internet eröffnete auch mir völlig neue Wege. Diese Website darf mittlerweile rund 70.000 Besucher im Monat begrüßen. Zu meinen neuen Kompetenzbereichen gehört die Suchmaschinen-Optimierung von Websites. Wie erfolgreich man hier ohne üble Tricks wie Linkfarmen sein kann, läßt sich leicht mit Google beweisen. Probieren Sie doch einmal die Suchbegriffe "technischer Redakteur", "Übersetzer Jobs", "WLAN" oder "USB Stick" aus. Diese Positionen in den Trefferlisten besetze ich häufig schon seit Jahren.

Übrigens betätige ich mich, vom Eigenbedarf abgesehen, nicht als Webdesigner. Ich konzentriere mich auf die Dinge, die man als Verantwortlicher für eine Website auf jeden Fall selber in der Hand haben muss.

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Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/thema/technischer-redakteur.htm
Letzte Änderung: 14.03.2012 (redaktionell überarbeitet)


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