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Mehr RAM?


Nur noch ganz wenige Rechner, z.B. Netbooks, werden heute mit weniger als 2 GB RAM ausgeliefert. Reicht das, oder sollte man den Rechner weiter aufrüsten?

  • Bei manchen Netbooks und einigen wenigen anderen Rechnern ist die Antwort klar: Sie verkraften nicht mehr als 1 GB RAM.
  • Bei Preisen um 30 EUR für 2 GB RAM ist die Aufrüstung häufig eine sinnvolle Maßnahme.
  • Wer mit einem 32-Bit-Betriebssystem arbeitet, kann sowieso kaum mehr als 3 GB RAM nutzen – egal, wie viel im Rechner steckt: Mit 32 bit lassen sich nur 232 Byte adressieren und das sind 4 GB. Einen Teil des Adressbereichs reserviert sich das Betriebssystem, z.B. um die Peripherie ansprechen zu können. Mehr als 3,2 GB bleiben deshalb nur selten übrig.
  • 4 GB und mehr RAM sind nur im Zusammenhang mit einem 64-bit-Betriebssystem sinnvoll. Das große Problem beim Umstieg auf ein 64-bit-Betriebssystem, egal ob Linux oder Windows, sind die Peripherie-Treiber. Die Auswahl an Drucker-, Scanner- oder Videotreibern ist für 32-bit-Betriebssysteme noch wesentlich größer.

Manch älterer XP-Rechner schruppt mehr auf der Platte rum, als dass er sinnvoll arbeitet. Hier sollte folgender Test Klarheit schaffen:

  1. Die Tastenkombination <Strg>+<Umschalt>+<ESC> drücken. Das öffnet den Tastmanager.
  2. Reiter "Systemleistung" wählen.
  3. Kasten "Physikalischer Speicher (kB)", Eintrag "Insgesamt" prüfen: Wenn da weniger als 400.000 steht, hat der Rechner eindeutig zu wenig Arbeitsspeicher.

In der Anfangszeit von Windows XP waren 256 MB RAM eine durchaus brauchbare Menge Arbeitsspeicher. Im Lauf der Jahre, durch die verschiedenen Service Packs, wurde Windows XP aber immer fetter. Eine Speichererweiterung auf mindestens 512 MB RAM vervielfacht deshalb die Systemleistung. Das Problem ist nur, dass solche antiken Speicherriegel schon seit vielen Jahren nicht mehr hergestellt werden. Man bekommt sie aber noch bei Restehändlern, z.B. über Ebay.

Was bringt mehr RAM?

RAM ist etwa 10.000 mal so schnell wie eine Festplatte. Immer, wenn die Festplatte länger vor sich hin bullert und der Rechner ansonsten steht, könnte mehr RAM den Rechner beschleunigen. Sehr häufig benutzt das Betriebssytem die Festplatte zum Auslagern von Arbeitsspeicher-Inhalten, um die Anforderung von Arbeitsspeicher erfüllen zu können.

Natürlich müssen Programme und Daten erst einmal von der Festplatte geladen werden. Der erste Start eines Programms lässt sich mit mehr RAM kaum beschleunigen. Aber häufig werden die gleichen Daten kurz hintereinander immer wieder benötigt. Kann der Rechner diese Daten im RAM halten, gehen die Plattenaktivitäten massiv zurück. Der Webbrowser braucht dann keine 5 s zum Laden mehr, sondern öffnet sein Fenster in Sekundenbruchteilen. Auch so manche "unsichtbaren" Vorgänge werden so beschleunigt. Schließlich muß sich der Rechner auch selber verwalten und benötigt dazu Daten. Ganz typisch: Die Verwaltung der Festplatte im Plattencache.

Speziell bei Laptops kann viel RAM auch Nachteile haben:

  • Das RAM braucht Strom. Das muß man aber gegen den Strombedarf abwägen, den man bei den Plattenaktivitäten spart.
  • Speziell beim Starten und Herunterfahren bremst viel RAM – beim Power-on Self Test (POST) oder Leeren des Cachespeichers.
  • Wer die Funktion "Suspend to Disk" nutzen will, sollte womöglich sogar abrüsten. Denn wenn man den Rechner mit dieser Methode "schlafen schickt", wird der gesamte RAM-Inhalt, samt einiger anderer Daten, auf die Platte geschrieben. Unterstellen wir eine durchaus schnelle Übertragungsrate von 80 MB/s, dauert Suspend to RAM bei 1 GB irgendwas jenseits von 12 s.

Virtualisierung: Der ganz große RAM-Fresser

Heutige Prozessoren enthalten mehrere Rechnerkerne und mehrere GB RAM kosten auch kein Vermögen mehr. Das eröffnet neue Möglichkeiten, den Rechner in mehrere virtuelle Rechner aufzuteilen. Windows 7 macht das schon mit Bordmitteln, wenn man ein Programm ausdrücklich als nur XP-kompatibel kennzeichnet. Dann startet Windows 7 eine Windows-XP-Instanz und lässt das Programm darin laufen.

Es gibt noch mehr solche Virtualisierungs-Werkzeuge, z.B. VMware, und darauf aufbauend ganze virtual appliances. Im Internet findet man fertig installierte Betriebsysteme mit fertig eingerichteten Anwendungspaketen, die man sich als Datei herunter laden und direkt starten kann.

Der Nachteil dieser Technik: Gleich mehrere komplette Betriebssysteme wollen im RAM liegen, samt ihren ganzen Anwendungen. Dafür kann man auf diesem Umweg auch noch Windows 98 auf moderner Hardware laufen lassen – das Virtualisierungsprogramm simuliert eine dazu kompatible Hardware.

Wer diese Technik nutzen will, sollte deshalb ernsthaft über ein 64-bit-Betriebssystem wie Windows 7 64-bit und 4 oder 8 GB RAM nachdenken. Allerdings unterstützt noch längst nicht jede moderne Rechner-Hardware so viel RAM und natürlich muss das Host-Betriebssystem auch alle Peripherie ansprechen können. Das 10 Jahre alte Kombigerät aus Scanner, Druckwerk und Faxmodem bekommt man also trotzdem nicht am neuen Rechner zum Laufen.

Literatur

Benz, Benjamin; Fischer, Martin: Jungbrunnen. PCs gezielt aufrüsten
in: c't 13/11, S. 84ff
TOP
Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/thema/mehrram.htm
Letzte Änderung: 06.01.12 (Hinweis auf mindestens 512 MB RAM für WinXP hinzugefügt)


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