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Raspberry Pi als Homematic-Zentrale


Über die CCU-2 als Homematic-Zentrale zu klagen (Geschwindigkeit...) ist eines. Die CCU-2 durch einen Raspberry Pi zu ersetzen ist etwas ganz anderes. Da ist der alte Grundsatz never touch a running system davor. Aber gestern wollte meine CCU-2 nicht mehr. Beim Neustart blieb sie im noch-nicht-betrirebsbereit-Bildschirm hängen. Mag sein, dass das Einspielen des aktuellen Images über die Konsole geholfen hätte. Aber auf jeden Fall galt nicht mehr: Never touch a running system...

Homematic spielte bei dieser Gelegenheit die Vorteile seines teils dezentrales Konzepts aus: Basisfunktionen wie die Steuerung der Heizkörper funktionierten weiter. Mein Schalter, mit dem ich die Heizung komplett abschalten kann, gehört nicht dazu. Der Ausfall der CCU-2 machte sich deshalb in der Raumtemperatur bemerkbar. Genau deshalb habe ich in der Schalttafel einen Schalter, um jene Funktion meiner Homematic-Instalation zu überbrücken.

Ergänzungen zur ELV-Lochware (Der Hersteller hält das für Dokumentation.)

Ehe ich zum eigentlichen Thema komme, zunächst das Ergebnis von mehreren Stunden völlig überflüssigen Frustrationen:

  • Als erstes sollte man diese Forumsseite ansurfen. Alle anderen Links in der Bau- und Bedienungsanleitung zum HM-OCCU-SDK mit dem Stand vom August 2015 sind für die Katz'.
  • Anders als dort angegeben braucht der Raspberry B2 ein rpt0-Image.
  • Bildschirm, Tastatur und Maus am Raspberry Pi sind überflüssig.
  • An den Raspi muss man nur Netzwerkkabel und Netzteil anschließen.
  • Das Booten des Raspi kann man wie üblich an den beiden Status-LEDs beobachten: Eine muss grün blinken. Hat man das falsche Image erwischt oder beim Beschreiben der SD-Karte sonst etwas falsch gemacht, leuchten beide dauerhaft rot.
  • Der Raspi holt sich vom DHCP-Server des Routers eine IP-Adresse. Er landet also freiwillig im richtigen IP-Netzwerk. Die Krämpfe, die ich vor allem mit vielen WLAN-Accesspoints und IP-Kameras erlebt habe, sind überflüssig.
  • Wenn man den Raspi nicht unter http://homematic-raspi/ erreichen kann, hilft beispielsweise die Android-App Fing beim Identifizieren der IP-Adresse. Logisch, dass das Smartphone dafür in das eigene WLAN eingebucht sein muss! Mit diesem Wissen kann man dann auch mit dem folgenden Satz aus oben genannter Quelle etwas anfangen: Nun die WebUI Oberfläche der RaspberryPi-CCU unter http://<IP-ADRESSE>/ [...] mittels Webbrowser aufrufen. Könnt ihr sowas eigentlich auch weniger verquast ausdrücken?
  • Das zum Übertragen des Images auf die SD-Karte angegebene Programm Etcher schlägt den freien Teil der SD-Karte der User-Partition zu, die auch die Funktion der SD-Karte in der CCU-2 übernimmt. Man braucht also nichts weiter zu tun, um ein Datenarchiv zu ermöglichen.

HM-OCCU-SDK fertig entwickeln

HM-OCCU-SDK hochfrequenzmaessig ertuechtigen

Eines muss ich den ELV-Leuten zugestehen: Sie halten sich an die gesetzlichen Vorgaben. So haben sie festgestellt, dass der Raspi gerne mal Funkstörungen Richtung Netzteil schickt und legen dem Funkmodul deshalb einen Ferritring für das Saftkabel bei. Aber weiter als bis dahin denkt bei ELV offensichtlich keiner auch nur für einen Cent: Der Raspi kann nur deshalb Funkstörungen liefern, weil er intern mit Hochfrequenz arbeitet. Mitten in diese Umgebung packen sie, völlig ohne Schutzmaßnahmen, die 868-MHz-Antenne.

Zum Umbau mache ich nicht mehr viele Worte, dafür habe ich das Thema hier schon viel zu oft erklärt (1, 2). Offensichtlich hörte meine neue Raspi-Zentrale nach dem hier gezeigten Umbau immer noch schlechter als die umgebaute CCU-2. Folglich habe ich auch unmittelbar an der Antenne nochmal eine Mantelwellendrossel eingebaut. Jetzt funktioniert wieder alles wie gewohnt.

Das Homematic-Funkmodul HM-OCCU-SDK hatte ich mir mal mit bestellt, um den Mindest-Betrag für einen der häufigen ELV-Gutscheincodes zu erreichen. Dann lag es erst mal eine ganze Zeit im Eck, genau wie mein Raspi B2. Gut, dass das alles in der Bastelkiste lag! Das erklärt, falls ELV aktuell etwas Anderes ausliefern sollte, als ich hier bespreche.

Raspi ist schneller als CCU-2

Wie beschrieben starb meine CCU-2, ehe ich obige Aktion durchzug. Folglich kann ich keine Vergleichstetsts machen. Aber schon der Raspberry Pi B2 ist eindeutig schneller als die CCU-2. Ich merke das beispielsweise recht kräftig bei den Diagrammen, die ich für die Überwachung der Heizungssteuerung intensiv nutze. Ganz extrem besser ist das Zeitverhalten beim Aufrufen des Systemprotokolls: Bei der CCU-2 konnte ich dem Rollbalken gemütlich zusehen, wie der Knopf kleiner wurde. Jetzt sind mehrere 100 Einträge in Sekundenbruchteilen geladen.

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Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/beispiel/raspberry_pi_homematic.htm
Letzte Änderung: 25.03.18 (Erstfassung)


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