itk-logo

 

Pearl Powerbank PX-1627


Es liest sich zu gut, als dass es wahr sein könnte – und leider ist es auch so: Für rund 100 EUR verkauft Pearl einen ziemlich großen Li-Ionen-Akku, mit dem man so ziemlich alles versorgen kann. Nur leider hat der Hersteller am falschen Ende gespart und ein Gerät entwickelt, das nicht praxistauglich ist und die angeschlossenen Geräte zerstören kann.

Nach den ersten Versuchen wollte ich das Gerät schon zurückschicken: Die einstellbare Ausgangsspannung stimmte eher zufällig mal in etwa mit dem aufgedruckten Wert überein. Leider habe ich erst zu spät bemerkt was passiert, wenn man 9 V eingestellt hat und das Ladegerät anschließt: Zumindest bei geringerer Belastung läuft dann die Spannung auf bis zu 14 V hoch! Es gibt sicher Geräte, die das mit Rauchzeichen quittieren!

So aber kam der Techniker in mir hoch und ich beschloss, meine Neugier zu befriedigen. Allerdings werde ich hier nur ganz oberflächlich zu berichten: Litiom-Ionen-Akkus sind ausgesprochen gefährlich, wenn man sie nicht ordnungsgemäß behandelt. Ein Kurzschluss kann schnell zu einem Brand führen, der sehr heiß brennt und nur sehr schwer zu löschen ist – mit Wasser schon gar nicht! Ich will also niemanden zum Öffnen des Gerätes animieren der nicht exakt weiß, was er hier tut.

Eine Schaltungsanalyse der Pearl-Powerbank PX-1627

Den größten Teil von Raum und vor allem Gewicht nimmt ein 24-V-Akku ein. Eine Platine, die etwa ein Viertel der Grundfläche einnimmt, enthält vor allem drei Spannungswandler nach dem Schaltregler-Prinzip:

  • Der erste Schaltregler lädt den Akku mit Hilfe des 15-V-Netzteils. Ich habe noch nicht untersucht, wie genau diese Spannung stimmen muss. Der Schaltregler lässt mich aber zögern, ein Fotovoltaik-Modul als Energiequelle zu empfehlen: Je niedriger die Eingangsspannung wird, um so mehr Strom will der Schaltregler ziehen – schließlich will er eine konstante Ausgangsleistung an den Akku liefern. Dann bricht die Spannung der Solarzellen erst recht zusammen.
  • Ein Schaltegler erzeugt die 5 V für die zwei USB-Ausgänge. Dieser Schaltregler lässt sich über den Einschaltknopf oben auf dem Gerät ein- und ausschalten. Allerdings recht es, leicht auf den Deckel in der Nähe des Einschaltknopfes zu drücken. Wer die Powerbank PX-1627 also ohne Schutzmaßnahmen in den Koffer steckt, kommt leicht mit einer leeren Powerbank an.
  • Der letzte Schaltegler erzeugt aus den 24 V des Akku die einstellbare Ausgangsspannung. Dieser Schaltregler schaltet sich ein, sobald man einen Stecker in die Ausgangsbuchse steckt.

Eine genauere Schaltungsanalyse war schon deshalb kaum möglich, weil eine ganze Reihe der eingebauten Bauteile keinerlei Beschriftung haben.

Leiterplatte aus Pearl-Powerbank PX-1627

Nutzungsempfehlungen für die Powerbank PX-1627:

  • Wer die Powerbank unterwegs nutzen will, sollte sich eine druckfeste Schachtel dafür zulegen.
  • Wer etwas anderes an den variablen Ausgang anschließen will als einen Notebook mit 19-V-Eingang, der sollte einen eigenen Spannungsregler nachschalten. Das hat z.B. bei 12-V-Geräten den Vorteil, dass man viel mehr Leistung entnehmen kann: Nominell liefert die Powerbank PX-1627 bei 19 V 4 A, also 76 W. Bei 12 V sind es nur 3 A, also 36 W. Ein nachgeschalteter Schaltregler wie der USW 525 von ELV verdoppelt also die nutzbare Leistung auf der 12-V-Ebene und schützt die angeschlossenen Geräte vor Überspannungen. Eleganz ist was anderes...

Meine weiteren Pläne

Sorry, wenn ich hier nicht konkreter werde: Aufmachen sollte dieses Gerät nur jemand, der sich mit solchen Geschichten wirklich auskennt! Wer mir eine Mail schreibt, kann Tipps für das Öffnen des Gerätes bekommen. Er sollte sich aber gefallen lassen, dass ich mich vorher von seiner Sachkunde überzeuge.

Das Problem mit dem Einschaltknopf lässt sich nach dem Öffnen recht einfach lösen: Der Stempel unter dem Knopf muss 1 mm abgefeilt werden. Ich werde wohl parallel zum Druckschalter den Arbeitskontakt eines kleines Relais installieren, damit ich die USB-Ausgänge von außen ein- und ausschalten kann.

Das Ein- und Ausschalten des variablen Spannungswandlers werde ich wohl über den Ruhekontakt eines Relais lösen: Die Ausgangsbuchse enthält einen Schalter, mit dem man sonst beim Einstecken eines Netzteils die Batterien des Gerätes abtrennt. Zum Einschalten des Spannungswandlers muss man also diesen Kontakt öffnen.

Mein längerfristiges Ziel ist eine kompakte, transportable Amateurfunkstation mit Steuerrechner   z.B. einem Rasberri Pi. Die Powerbank PX-1627 ist nur halb so schwer wie ein vergleichbarer 7 Ah-Bei-Gel-Akku, deutlich kompakter, und liefert (theoretisch) alle benötigten Spannungen in stabilisierter Form.

TOP
Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/beispiel/pearlpow.htm
Letzte Änderung: 22.05.14 (Erstfassung)


Startseite
Suche

Praxisberichte

Kopfhörer Sennheiser PXC 250
USB-Tastatur Cherry RS 6500 USB 4D
Laptop Acer Travelmate 513T
Notebook HP nx6125 mit AMD Turion Prozessor
Digitalkamera Konica Minolta Dimage Z6
Navigationssystem Garmin GPSmap 60CSx - Erfahrungsbericht
Internetzugang mit dem SonyEricsson K600i
Internet-Radio Pearl PX-8570-675
Luftentfeuchter Trotec TTK 100 S
Pearl PX-3720: IP-Kamera zum Schnäppchenpreis, aber...
Pearl Powerbank PX-1627