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Luftentfeuchter Trotec TTK 100 S


Feuchtigkeit in Gebäuden entwickelt sich immer mehr zum Problem: Die Fenster und Türen werden immer dichter, deshalb kann die Feuchtigkeit nicht mehr hinaus. Irgendwo findet sich dann eine kühle Ecke, in der die Luft abkühlt und den Taupunkt unterschreitet: Die kalte Luft kann ihre Feuchtigkeit nicht mehr halten und das Wasser schlägt sich nieder. Eine häufige Folge: Schimmel. Der Standard-Rat in solchen Fällen heißt Lüften. Das funktioniert aber nur im Winter und nicht im ungeheizten Keller...

Bei der Hausbesichtigung war im Keller alles in Ordnung. Doch kaum zogen wir ein, wurde es im Keller feucht-klamm: Kartons wurden weich und die Holztüren begannen aufzuquellen und zu klemmen. Die Ursachen waren leicht zu erkennen: Das Haus war über den Winter unbewohnt gewesen und stark ausgekühlt. Wir liefen ständig rein und raus und draußen war es entweder sehr warm oder Schmuddelwetter. Kein Wunder, dass die Luft von außen eine Menge Feuchtigkeit fallen ließ. Dazu kamen diverse Renovierungsarbeiten, die ebenfalls viel Feuchtigkeit ins Haus brachten. Schließlich dunstet jeder Mörtel, jeder Gips beim Abbinden massenweise Wasser aus.

Also musste die Feuchtigkeit wieder raus. Aber lüften wäre genau das Falsche gewesen: Im Keller ist es kalt, die Luft draußen ist warm und feucht. Wer in der kalten Jahreszeit seine geheizte Wohnung lüftet, hat dieses Problem nicht: Die Luft in der Wohnung ist warm, draußen ist es kalt. Wenn die Außenluft erwärmt wird, wird sie automatisch trockener. Jeder kennt das, wenn im Winter die Raumluft extrem trocken wird und es schnell im Hals kratzt.

Der Ausweg: Ein Lufttrockner

Wir konnten das Wasser also nur mit speziellen Maßnahmen loswerden. Am billigsten sind erst mal chemische Entfeuchter: Man stellt einen Behälter mit wasseranziehender Chemikalie auf. Für 10 EUR kann man schon mal einen Liter Wasser aus der Luft holen. Wir werden aber sehen, dass wir von ganz anderen Wassermengen reden und dann wird diese Methode doch reichlich teuer und langwierig: Der Liter Wasser sammelt sich mit so einer Einrichtung nicht innerhalb weniger Stunden an.

Luftentfeuchter Trotec TTK 100 S

Die leistungsfähigere Methode ist, die Luft unter den Taupunkt abzukühlen, so dass da Wasser ausfällt. Das kennt jeder vom Kühlschrank – oder auch von der Klimaanlage. Ein Entfeuchtungsgerät arbeitet auch mit einer Wärmepumpe, hat aber, anders als ein Kühlschrank, Verdampfer und Kondensator unmittelbar hintereinander im gleichen Luftstrom. Zwischen diesen beiden Wärmetauschern tropft das Wasser in den Auffangbehälter.

Bei der folgenden Internet-Recherche stieß ich auch auf Absurdes. So bietet Conrad ein Gerät an, in dessen Bedienungsanleitung sich der Satz findet: Betreiben Sie das Gerät niemals unbeaufsichtigt! Soll ich jetzt im feuchten Keller die ganze Nacht Wache schieben?

Bei der Suche nach wesentlichen Leistungsmerkmalen stößt man als erstes auf die Größe der Auffangbehälter. Wie ich mittlerweile weiß sind 5 l kein Luxus sondern oft genug Voraussetzung, damit das Gerät auch mal einen Tag durchläuft.

Aber dann wird's komplizierter: Je kälter es wird, um so weniger Wasser können die Geräte einfangen. Das liegt am Funktionsprinzip: Je kälter die Umgebungsluft ist, um so weniger Feuchtigkeit enthält sie. und die Entfeuchter tun sich dann extrem schwer, die Luft unter den Taupunkt abzukühlen. Sehr schnell ist dann der Punkt erreicht, dass der Verdampfer vereist. Spätestens bei 5°C ist dieses Funktionsprinzip deshalb am Ende. Einschlägige Diagramme findet man nicht – zumindest fast nicht. Erst auf der Website der Firma Trotec fand ich aussagekräftige Daten. Und auch Aussagen im Stil: Eignet sich auch zur Permanenttrocknung in unbeaufsichtigten und unbeheizten Räumen. Na also, gibt's doch!

Erste Erfahrungen mit dem Luftentfeuchter Trotec TTK 100 S

Also habe ich meinen Bedarf im Online-Shop von Trotec gedeckt. Das Gerät war innerhalb von drei Arbeitstagen da. Die Erstinbetriebnahme erwies sich als etwas hakelig: Ich hätte erwartet, dass da ein Licht aufleuchtet, sobald ich den Stecker in die Dose stecke. Dem war aber nicht so: Es rührt sich erst mal nichts. In meiner Verzweiflung spielte ich schließlich mit allem rum, an dem ich spielen konnte: Abluftklappe auf und zu, Hygrostat nach rechts und links gedreht, Auffangbehälter raus und wieder rein. Irgendwann ging dann tatsächlich ein Licht an und seitdem funktioniert das Gerät. In der Bedienungsanleitung findet man das allerdings nicht...

Jetzt steht der Lufftrockner Trotec TTK 100 S also in meinem Keller und liefert wunderbar weiches Blumengießwasser – bis zu 10 l am Tag. Das Gerät heizt übrigens ganz deutlich: Die Stromaufnahme habe ich nicht gemessen, in den technischen Daten steht etwas von 650 W. Dazu kommt die Kondensationswärme des Wassers, die nach meiner Überschlagsrechnung durchaus ein Drittel der gesamten Heizleistung ausmachen kann. Wer das mit Hilfe von Wikipedia nachrechnen will: 1 J (Joule) ist 1 Ws. Teilt man diese Werte durch 3600, so erhält man Wh – nochmal durch 1000 und es werden kWh daraus. Umgekehrt wird natürlich auch Wärme verbraucht, wenn in der plötzlich trockeneren Luft die Feuchtigkeit im Raum verdunstet.

Mein Fliesenleger war übrigens von dem Gerät ganz fasziniert: Im Baubereich werden oft noch viel größere Lufttrocknungsgeräte eingesetzt, zumeist aber nur gemietet. Die gibt es übrigens auch bei Trotec.

...und der Kundendienst?

Den Kundendienst habe ich auch gleich getestet, nachdem das Gerät erst mal nicht zum Leben zu erwecken war – siehe oben. Umgehend hatte ich eine Mail mit einem konkreten Abholungstermin. Den musste ich dann doch nicht in Anspruch nehmen, weil das Gerät plötzlich wieder tat. So viel Service war dann auch der Anlass für diese Seite. Nein: Ich kriege kein Geld dafür...

Nach drei Monaten Dauerbetrieb gab das Gerät dann endgültig keinen Mucks mehr von sich los. Auf eine E-Mail hin ließ Trotec das Gerät auf seine Kosten abholen. Dann rührte sich einen Monat lang nichts mehr – vermutlich ging das Gerät bei der Spedition verloren. Ich fragte per E-Mail nach und drei Tage später klingelte der UPS-Mann mit einem fabrikneuen Luftentfeuchter. Mit solchen Lieferanten mache ich gerne Geschäfte!

Entfeuchten im Winter

Im Winter werde ich den Luftentfeuchter wohl nicht im Keller brauchen. Dann wandert er in einem Raum, den ich im Normalfall möglichst wenig heizen will. Die übliche Warnung ist, dass kein Raum kühler als etwa 16°C werden soll, damit der Taupunkt nicht unterschritten wird – schließlich sind die Zimmertüren alles andere als luftdicht. Das will ich im kommenden Winter untersuchen: Bekomme ich mit Hilfe des Luftentfeuchters auch noch 12°C in den Griff? Ein Hygrometer wird es zeigen. Natürlich braucht der Luftentfeuchter Strom. Aber die Heizung braucht auch Energie und beim Lüften geht auch eine Menge Wärme hinaus. Ziel ist, nur so viel zu lüften, wie für das Beseitigen meines Miefs wirklich nötig ist.

Luftfeuchtigkeit überwachen und auf Schimmel prüfen!

Mit meiner Hausautomatisierung kann ich nicht nur die Temperaturen und andere Parameter meiner Heizung überwachen. Auch die Luftfeuchtigkeit und die Verläufe der Werte kann ich aufzeichnen und auswerten. Allerdings musste ich erfahren, dass das nicht unbedingt reicht: Im Schlafzimmer, in der Nordwestecke des Hauses, entdeckten wir hinter einem Schrank Schimmel. Leider kam der Schimmel ganz im Eck unter der Decke auch nach Entfernen des Schrankes wieder.

Die folgenden Maßnahmen schloss ich als erstes aus:

  • Den Luftentfeuchter ins Schlafzimmer zu stellen kam nicht in Frage, dazu ist das Gerät zu laut.
  • Wir diskutierten statt dessen ein Lüftungsgerät mit Wärmetauscher. Aus baulichen Gründen hätten wir das aber keine 2 m vom Kopfende des Bettes entfernt eingebaut werden müssen – so leise kann das Gerät kaum sein. Samt Einbau und Elektroarbeiten hätte das auch jenseits von 1000 EUR gekostet.
  • Es gibt ganz eindeutig Temperaturen, bei denen das Schlafzimmerfenster zu bleiben muss.

Ich ging deshalb einen einfacheren Weg: Im Raum über dem Schlafzimmer habe ich die Nachttemperatur angehoben und im Schlafzimmer erhöhe ich die Solltemperatur nachts um 3 h von 16 auf 18 °C. Die Überlegung dahinter ist, dass die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer im Lauf der Nacht ansteigt. Im letzten Winter war darauf hin Ruhe.

Fazit

Auch wenn alle Häuser unserer Reihe leicht unterschiedlich sind: Ohne zusätzliche Maßnahmen haben sie alle unangenehm feuchte Keller. Ich kenne nur zwei Ausnahmen: Unser Haus und eines, bei dem der Keller rund ums Jahr geheizt wird. Dort wird der Keller allerdings beruflich genutzt, es gelten also andere Regeln.

Sehr viele Keller sind aber feucht und deshalb kaum zu nutzen. Viele Bewohner glauben, mit gründlichem Lüften Abhilfe schaffen zu können, was aber völlig falsch ist: Lüften schafft nur dann Feuchtigkeit aus dem Haus, wenn die gelüfteten Räume wärmer sind als die Luft draußen und das Wetter trocken ist. Da ist der Spielraum in aller Regel gering, denn nachts steigt die Luftfeuchtigkeit in aller Regel an und tagsüber ist es zu warm. Und wer denkt auch daran, ständig die Kellerfenster zu öffnen und zu schließen? Wer seinen Keller also sinnvoll nützen will, wird einen Luftentfeuchter nur schwer vermeiden können.

Luftentfeuchter brauchen aber relativ viel Strom, so dass man über das Abdichten von Türen und Fenstern nachdenken sollte. Ich würde bewusst darauf verzichten, den Keller völlig dicht zu machen – etwas Luftaustausch muss erhalten bleiben, um Schadstoffe aus dem Keller entweichen zu lassen. Manche Schadstoffe stammen aus den Gegenständen, die im Keller gelagert werden. Andere diffundieren aus dem Boden, auch radioaktive Gase wie Radon.

Viel habe ich schon gewonnen, indem ich die Kellertür in den Garten an den unteren drei Vierteln mit einem Dichtband versah. Das behindert die Luftumwälzung durch die unterschiedlichen Lufttemperaturen schon deutlich und im Kellerabgang ist die Luft ja besonders feucht.

Verweise

Wikipedia: Luftentfeuchter
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Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/beispiel/luftentf.htm
Letzte Änderung: 02.06.14 (aktualisiert und erweitert)


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