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Homematic-Bausätze


ELV bietet einige Homematic-Komponenten auch in Form von Bausätzen an. Auch wenn man da schnell 10 oder 20 EUR sparen kann: Sie sollten sich den Kauf eines Homematic-Bausatzes gut überlegen. Eigentlich ist der Zusammenbau problemlos, nur taugen alle mir bekannten Bauanleitungen nichts. Beim Preisunterschied sollte man einbeziehen, dass Fertiggeräte mit Batterien geliefert werden, Bausätze aber ohne.

Auszug aus einer Heathkit-Bauanleitung

Ich erwarte ja überhaupt nicht, dass ELV den Standard erreicht, den Heathkit schon vor 40 Jahren gesetzt hat – siehe den Ausschnitt rechts. Aber was ELV als Bauanleitung anbietet, ist löchrig wie Emmentaler Käse. Hier ein kleines Beispiel aus der Bauanleitung des Homematic-4-Kanal-Funkschalters im Hutschienengehäuse:

Nun erfolgt das Einsetzen der LED-/Tastereinheit mit den darauf verlöteten Stiftleisten in die Controllereinheit. Dabei sind die Stiftleisten auf der Platinenseite mit den bedrahteten Bauteilen so einzusetzen, dass die Taster auf der entgegengesetzten Seite des Netzanschlusses liegen. Die Darstellung der Platinenmontage in Abbildung 4 zeigt die korrekte Lage.

Von dem Text habe ich erst mal absolut nix verstanden. Wenn man dann doch begreift, dass die Abbildung 4 in Wirklichkeit Bild 4 heißt und zwei Seiten weiter vorne steht, dann fällt so langsam der Groschen. Zum gleichen Bausatz gehört eine Drossel, die wie ein Widerstand aussieht. Die Bauform und die Markierung sind aber nirgendwo erklärt. Wenn man alles andere zusammengebaut hat, dann sieht das letzte elektronische Bauelement in etwa so aus, wie auf dem Foto in der Anleitung. Nur zeigt das Foto das eine Ende der Drossel – also was Rundes mit einem Anschlussdraht.

Richtig kompliziert wird es etwas später:

Jetzt erfolgt die Montage der Controllereinheit auf die Relais-Einheit. [...] so zu verlöten, dass die Platine der Controller-Einheit genau parallel mit einem Abstand von 19 mm über der Platine der Relais-Einheit liegt.

Ich möchte mal jemanden sehen, der gleichzeitig messen und löten kann – oder soll ich mir einen Pappstreifen zurecht schneiden, den ich zwischen die beiden Platinen klemmen soll? Man könnte die zwei Platinen zum Verlöten auch einfach so in die eine Gehäusehälfte stecken, wie sie später dann montiert sein werden. Dann könnte da garnichts mehr schief gehen.

Von diversen anderen Stolpersteinen sollte man sich auch nicht schrecken lassen. Dazu gehören fehlende oder unverständliche Angaben, wie zur Polung von Dioden oder LEDs, oder dass man von der Bauteilnummer auf der Platine über die Stückliste zum richtigen Bauteil finden muss. Damit es nicht zu einfach wird, stehen in der Stückliste natürlich auch die ganzen SMD-Bauelemente, die bereits vom Hersteller bestückt wurden. Es ist also sinnlos abzustreichen, was man schon eingebaut hat.

Die Stolperfallen der Homematic-Bausätze am Rande

Eigentlich sind die Bausätze sehr einfach aufzubauen. Erst einmal spielte eine selbst zusammengebaute Komponente nicht auf Anhieb - in Kürze werde ich also den Reparaturservice testen dürfen. Zwei kritische Punkte erwähnt ELV aber erst viel zu spät, nämlich in den Bauanleitungen:

  • Noch keine Bauanleitung war wirklich einfach, leicht verständlich und vollständig.
  • Zu den Bausätzen gehören oft kleine Torx-Schrauben, die man nicht so einfach durch Material aus der Bastelkiste ersetzen kann. Zum Glück bot Reichelt mal einen Satz als Torx-Schraubendreher als Sonderangebot an – gibt's natürlich schon lange nicht mehr.
  • Die direkt am Stromnetz betriebenen Einheiten dürfen eigentlich nur entsprechend ausgebildete Elektrofachkräfte aufbauen. Das steht z.B. beim MP3-Funkgong in einem großen Kasten am Ende der Anleitung.

Fazit: Wer genügend technische Kenntnisse hat, wird kurzfristig zu einem Erfolgserlebnis kommen. Wer aber erst noch lernen muss, an welchem Ende der Lötkolben warm wird, sollte definitiv die Finger weglassen – nicht nur wegen der Brandblasen :-)

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Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/beispiel/homemati.htm
Letzte Änderung: 31.12.12 (redaktionelle Überarbeitung)


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