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06. April 2013: Handys: besondere Bauformen, besondere Anwendungen


Handys für Senioren

Manche von uns haben Angehörige, die gesundheitlich nicht mehr so gut drauf sind. Mit moderner Technik haben sie sich nie angefreundet, Mehrfachbelegung von Tasten ist für sie absolut unverständlich und die Augen machen auch nicht mehr so ganz mit. Da war es nur eine Frage der Zeit, dass die Geräteindustrie darauf reagierte.

Tisch-Handy

Vor ziemlich vielen Jahren bot Vodaphone mal ein Telefon an, das wie ein normales Festnetz-Telefon aussah, aber Handy-Innereien besaß. So eines besorgte ich gebraucht bei Ebay und richtete es einem Angehörigen ein. Hintergrund war, dass er provisorisch ins Heim ging, daheim aber nichts verändert haben wollte. Also packte ich eine Prepaid-Karte in das Telefon und richtete am Festnetzanschluss eine Weiterleitung auf dieses Handy ein. Die meisten Freunde und Bekannten bekamen so nie mit, dass er nicht mehr daheim lebte.

Als klar war, dass er nicht mehr zurückkehren würde, bestellten wir einen Handy-Tarif mit Home-Zone. Dort hin ließ ich auch die Festnetz-Nummer portieren. Außer für Krankenhausaufenthalte verließ er den Bereich der Home-Zone nicht mehr, war also zu Festnetz-Konditionen über das Tisch-Handy erreichbar.

Zu den Vorteilen dieser Lösung gehörte, dass wir im Heim kein Festnetz-Telefon anmelden mussten und auch innerhalb des Heims ein Umzug ohne irgendwelche Umschaltungen möglich gewesen wäre.

Über Jahre fand ich keine solchen Telefone mehr angeboten. Gerade fand ich bei Pearl wieder eines angeboten: Simvalley GSM-Tischtelefon TTF-402 für 50 EUR. Nein, ich hab's nicht ausprobiert!

Senioren-Handy

Nicht nur bei Pearl gibt es eine weitere Variante des Themas Senioren-Handy: große Tasten, große Schrift im Display und auf der Rückseite eine Notruftaste. Die schlechte Nachricht: Es gibt immer noch Mehrfachbelegungen von Tasten und am besten kauft man gleich zwei, damit man notfalls per (Festnetz-) Telefon Hotline spielen kann.

Die Dinger bräuchten zwei Schiebeschalter: Einen unter der Batterie, mit dem man alles jenseits der unverzichtbaren Basisfunktionen der Tastatur abschalten kann. Und einen, der als Tastensperre dient. Die üblichen Tastenkombinationen für das Entsperren der Tastatur sind schon deshalb unbrauchbar, weil die Nutzer nicht erkennen können, ob die Tastensperre gerade aktiv ist oder nicht. Auch zwischen kurzer Tastendruck und langer Tastendruck darf hier nicht unterschieden werden. Aber vielleicht kommen die Hersteller da auch noch dahinter.

Notruf-Funktion

Die andere wichtige Funktion ist der Notrufknopf. Viele unserer Eltern lassen sich nicht davon überzeugen, sich von einer Hilfsorganisation wie DRK, ASB oder so ein Notruftelefon mit Notruf-Anhänger hinstellen zu lassen. Zudem funktionieren die meisten dieser Telefone nur an einem herkömmlichen Analoganschluss und die sterben langsam aus.

Die Notruffunktion mögen manche Handy-Hersteller unterschiedlich verwirklichen, aber im Prinzip geht das so:

  • Wenn der Nutzer des Telefons den Notrufknopf drückt, gibt das Telefon über die Freisprecheinrichtung einen entsprechenden Hinweis aus. Wenn also jemand in der Nähe ist, wird der schon mal alarmiert. Außerdem kann man in dieser Phase durch nochmaliges Drücken der Notruftaste das Ganze abbrechen.
  • Anschließend verschickt das Handy an bis zu fünf Rufnummern SMS, deren Inhalt man frei bestimmen kann.
  • Wenn innerhalb der nächsten fünf Minuten jemand anruft, nimmt das Handy den Anruf selbständig entgegen und aktiviert die Freisprecheinrichtung. Der Anrufer kann also versuchen, den Angehörigen anzusprechen und kann die Umgebungsgeräusche abhören.
  • Falls innerhalb der 5 min niemand zurück ruft, ruft das Handy die 112 an und übermittelt voreingestellte Daten wie Name und Adresse.

Mit dem Laptop über das Handy-Netz ins Internet

Siehe auch:

Smartphones sind mittlerweile in der Gesellschaft angekommen: Gestern war ich auf einem Funkamateurtreffen, bei dem es traditionell einen Damentisch gibt, der ausdrücklich keine technischen Themen bespricht. Aber die Damen zeigten sich gegenseitig die neuesten Video-Clips auf ihren Smartphones. Darüber wollte ich aber gar nicht weiter reden.

Mich interessiert eher, dass im Zusammenhang mit den Smartphones die Daten-Flatrates bezahlbar wurden. Meine Luxus-Variante gibt es schon länger: 5 GB/Monat für 20 EUR bei Klarmobil. Dieser Tarif wurde nur in sofern billiger, als normale Gespräche und SMS nicht mehr so extrem teuer sind. Mittlerweile ist man aber bei vielen Anbietern für kleineres Datenvolumen auch schon mit 5 EUR/Monat für die Option dabei.

Wichtig ist, dass nach dem gebuchten Datenvolumen die Übertragungsrate reduziert wird und nicht auf einen extrem teueren Volumentarif umgeschaltet wird. Also: Kleingedrucktes lesen. Mit der reduzierten Datenrate kann man immer noch recht gut Mails abrufen und verschicken.

Solche Datentarife kann man auch ohne Smartphone nutzen. Im einfachsten Fall holt man sich für 20-30 EUR einen Surfstick, also ein Handy in USB-Speicherstick-Form. Sofern man ein passendes Netz hat, funktioniert der Internetzugang damit nicht wesentlich langsamer, als man das von daheim gewohnt ist. Bei meinem gegenwärtigen Kunden auf der Ostalb nördlich von Ulm habe ich aber nur das ganz normale Handy-Netz zur Verfügung, muss also mit der oben genannten, wesentlich langsameren Übertragungsgeschwindigkeit leben. Surfen wird so zum Geduldsspiel. Skype oder Youtube kann ich komplett vergessen. Übrigens verbieten die meisten der einschlägigen Anbieter das Nutzen aller Dienste, mit denen man ihre normalen Dienste umgehen könnte - also auch Skype.

Die billigsten Datendienste gibt es, aus guten Gründen, über das Netz von E-Plus: Dieses Netz ist, speziell was die schnellen Netze UMTS und LTE betrifft, am schlechtesten ausgebaut. Ich nutze hier O2. Womöglich wäre ich bei meinem Kunden mit der Telekom schneller unterwegs.

Für diejenigen, die bislang daheim zu keinem vernünftig schnellen Internetzugang kamen, kann der hier beschriebene Weg übrigens eine Lösung sein: Speziell mit LTE wurde mittlerweile auch ein Großteil des flachen Landes erschlossen. In den entsprechenden Gegenden haben die Netzbetreiber aber wohl mittlerweile intensive Werbeaktionen laufen lassen. Allerdings wird man dort für den Zugang meiste einen LTE-Router und keinen Surfstick oder Handy nutzen: Ein größeres Gerät lässt eine bessere Antenne zu und wie bei einem ADSL-Router (Fritz!Box) kann man mehrere Geräte per Netzwerkkabel oder WLAN anschließen. OK, mein Android-Smartphone habe ich auch schon als WLAN-Accesspoint betrieben.

Für LTE braucht man spezielle Geräte und meist auch spezielle Tarife. Übrigens funktionieren aus technischen Gründen längst nicht alle LTE-fähigen Handys auch bei uns - typisches Beispiel sind die LTE-fähigen iPhones. Das liegt daran, dass für LTE viele Frequenzbereiche definiert wurden und die iPhones genau die nicht beherrschen, die bei uns benutzt werden. Mit einem UKW-Radio kann man auch keine Mittelwelle empfangen...


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Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/beispiel/handy_senioren_internet.htm
Letzte Änderung: 06.04.13 (Erstfassung)


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