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Atomenergie 3. Behauptung


Sieben AKW sind vom Netz und was passiert? Nichts!

Ja – aber: Das geht auf Kosten der Versorgungssicherheit. Im Frühjahr ist das alles kein Problem, denn es gibt genügend betriebsbereite Kraftwerke, um die Lücke zu füllen. Das kann im Sommer schnell anders aussehen: Einmal laufen dann viele stromhungrige Klimaanlagen und gleichzeitig führen die Flüsse oft wenig und relativ warmes Wasser. Nachdem die Kraftwerke die Flüsse nur begrenzt aufheizen dürfen, müssen dann manche Kraftwerke mit verminderter Leistung arbeiten.

Diese Problematik trifft Frankreich besonders stark: Atomkraftwerke haben, durch die relativ niedrigen Dampftemperaturen, einen vergleichsweise schlechten thermischen Wirkungsgrad. Pro kWh Strom produzieren sie also deutlich mehr Abwärme als ein Kohlekraftwerk. AKW heizen die Flüsse also besonders stark auf. Gleichzeitig ist das eine der wenigen positiven Eigenschaften, die ich bei der Fotovoltaik sehe: So richtig warm wird's bei Sonnenschein und gerade dann gibt es besonders viel Solarstrom.

Besonders kritisch wird es im Winter, wenn der Stromverbrauch besonders hoch ist und die Gefahr steigt, dass Kälte und Schnee die Stromerzeugung und -verteilung beeinträchtigen. Genau dann hilft Solarenergie kaum weiter. Auch Windkraftwerke können dann leicht ausfallen, etwa durch Vereisung [10].

Tatsache ist: Wenn wir längerfristig mit so wenig Reservekapazität im Netz arbeiten wie augenblicklich, werden sich die weltweit ziemlich einmaligen 8 min mittlere Stromausfallzeit im Jahr nicht halten lassen. Es ist also eine durchaus gute Idee, entweder mit einem Laptop zu arbeiten (der hat die Notstromversorgung eingebaut) oder sich zu seinem Rechner eine unterbrechungsfreie Stromversorgung zuzulegen.

Die Industrie klagt bereits über ein deutlich instabileres Netz als früher [18], [27]. In einem vernünftigen Rechenzentrum gibt es natürlich eine Notstromversorgung. Der Energiebedarf mancher Produktionsanlage ist allerdings so hoch, dass diese Möglichkeit ausscheidet. Also wird so manche Schwankung auf die Produktionsprozesse durchschlagen und einen wesentlichen Standortvorteil unseres Landes beeinträchtigen: Ein Bekannter berichtete mir, dass das National Institute of Standards and Technology in den USA ein sehr aufwändiges Stromversorgungssystem betreibt. Das verwundert nicht wenn man bedenkt, dass die ganz normale Netzspannung in den USA im Lauf eines Tages zwischen 80 und 140 V schwanken kann. Ganz nebenbei wirft das ein vernichtendes Bild auf die Effizienz des US-amerikanischen Stromnetzes.

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Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/beispiel/atomene5.htm
Letzte Änderung: 27.1.12 (1 neuer Literaturverweis)


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