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Atomenergie 4. Behauptung


Fotovoltaik ist besonders umweltfreundlich

Daran habe ich so meine Zweifel. Viele Solaranlagen sind vom technischen Blickwinkel her viel zu klein und die Herstellung erfordert so viel Energie, dass eine Solaranlage erst nach diversen Betriebsjahren so viel Energie geliefert hat, wie zu ihrer Herstellung nötig war.

Unterstellt man, dass die Energie für die Herstellung der Solaranlagen konventionell gewonnen wurde (in China sicher der Normalfall), verursacht Solarstrom kaum weniger CO2 als ein GuD-Heizkraftwerk [9]. Die Solarenergie-Förderung ist in erster Linie eine politisch gewollte Industrieförderung, die mittlerweile ihren Sinn verliert. Jahre lang haben sich die deutschen Solaranlagenhersteller dumm und dusselig verdient. Ihre Preise hatten also, typisches Zeichen für einen manipulierten Markt, herzlich wenig mit den Herstellungspreisen zu tun.

Logisch, dass das ausländische Investoren anzieht! Nachdem mittlerweile die Chinesen in diesen Markt eingestiegen sind, fördern wir mit unseren EEG-Zuschlägen ganz wesentlich die chinesische Industrie. Dafür sehe ich keine Notwendigkeit. Ein halbes Jahr, nachdem ich dies hier formulierte, musste das die Bundesregierung offiziell eingestehen. [19] Logisch, dass die Fotovoltaik-Branche laut aufschreit und mit dem Verlust von über 100.000 Jobs droht. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass man mit der gleichen Investitionssumme bedeutend größere Erzeugungskapazitäten aufbauen könnte, deren Erzeugung nicht so eng korreliert wäre: Nachts scheint die Sonne nicht, aber der Wind weht trotzdem.

Der Bundesregierung muss man vor allem den Vorwurf machen, dass sie viel zu viele Hauruck-Aktionen durchzieht – von Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Kernenergie bis zur Änderung der EEG-Einspeisevergütung jeweils innerhalb weniger Wochen. Solche Maßnahmen brauchen 6-12 Monate Vorlauf, damit Investoren überhaupt planen können. Natürlich war es höchste Zeit, die Einspeisevergütung für Solarstrom massiv zu senken. Die Entwicklung war aber, wie ich hier bewies, schon vor einem Jahr bekannt.

Das ist aber eine der ganz typischen politischen Entscheidungen: Die Bürger setzen sich gerne Solarzellen auf's Dach, aber bedeutend effizientere Einsatzmöglichkeiten für dieses Kapital bringen keine Wählerstimmen – etwa Windturbinen auf jedem geeigneten Hügel und mächtige Hochspannungsleitungen, die den Windstrom von der Küste da hin bringen, wo die Industrie ist. Aber Erwin Teufel ist nicht mehr Ministerpräsident und fliegt deshalb nicht mehr mit dem Hubschrauber über sein Land. Sein Auge kann also nicht mehr so oft von Windturbinen beleidigt werden und zudem interessiert seine Meinung wohl nicht mehr wirklich...

Positiv ist an der Photovoltaik in der aktuellen Ausbauphase vor allem eines: Sie liefert vorzugsweise dann Strom, wenn das Netz die höchsten Leistungsspitzen liefern muss. An sonnigen Tagen kann man sehen, wie die Photovoltaik die Tagesspitze komplett abfängt [2]. Die Sicht der Betreiber koonventioneller Kraftwerke: Nachdem die Sonne nicht jeden Tag scheint, müssen wir trotzdem die Kraftwerke für die Tagesspitze vorhalten. Wir sparen also nur den Brennstoff und haben ggf. durch den Aufwand für das An- und Abfahren dieser Kraftwerke zusätzliche Kosten. Kein Wunder, das E.ON Arbeitsüberlastung vorschützt und so den Anschluss neuer Fotovoltaik-Anlagen verzögert. [20]

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Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/beispiel/atomene4.htm
Letzte Änderung: 03.03.12 (Hinweis auf Reduzierung der Fotovoltaikförderung eingefügt)


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