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Atomenergie 6. Behauptung


Mit CO2-Abscheidung lassen sich Kohlekraftwerke umweltfreundlicher machen

Immer wieder geistert das Stichwort CCS (Carbion Dioxide Capture And Storage) durch die Presse. Im Minimum ist das ziemlich eindeutige Zukunftsmusik [25]. Fassen wir mal die Fakten zusammen, die schon absehbar sind:

  • CCS ist im Experimentier- und Prototyp-Stadium – mehr als die eine oder andere Demonstrations-Kleinanlage gibt es nicht. Anders ausgedrückt: Nix Genaues weiß man nicht.
  • Der Energieverbrauch von CCS-Anlagen reduziert den Wirkungsgrad eines Kohlekraftwerks auf Werte, die schon vor Jahrzehnten keinen Fachmann vom Hocker gerissen hätten. Ein CCS-Kohlekraftwerk braucht also bedeutend mehr Kohle und Kühlung.
  • Um die Größenordnung des CO2-Anfalls mal grob abzuschätzen: Ein Kohlenstoff-Atom (Atomgewicht 12) verbindet sich mit zwei Sauerstoffatomen (Atomgewicht 16). Das ergibt ein Molekülgewicht für CO2 von 44. Damit das einfach zu rechnen ist: Ein 300-MW-CCS-Steinkohlekraftwerk braucht so grob 120 t Kohle pro Stunde. Also kommen 440 t CO2 pro Stunde heraus. Das sind, im flüssigen Aggregatzustand, reichlich 400 m3/h. Ohne Pipeline ist das nicht mehr abzutransportieren.
  • Die ganze Transport- und Einspeichertechnik braucht auch noch Energie, die vom Wirkungsgrad des Kraftwerks abzuziehen ist. Naja – die Kohlevorräte reichen noch für 200 Jahre oder so...

Mir kommt das alles wie der verzweifelte Versuch vor, auf Teufel komm raus die alte Technik am Leben zu halten. Die einschlägige Industrie kann nur gewinnen, wenn CCS tatsächlich kommt: Sie kann ihr altes Know-How weiter nutzen und den Kraftwerksbetreibern sogar etwa 50% mehr Anlagen verkaufen [13]. Den Entwicklungsaufwand könnte man aber auch in völlig andere, regenerative, Technik stecken.

CCS ist aber in zwei anderen Zusammenhängen durchaus bedenkenswert:

  • Es gibt Fälle, in denen das Deponieren des CO2 zusätzliche gewünschte Effekte hat. Presst man es in weitgehend ausgebeutete Öl-Lagerstätten, kann man mehr Öl fördern.
  • Beispielsweise in der Zement- und Eisenproduktion gibt es Prozesse, bei denen systembedingt große Mengen CO2 entstehen. Dieses CO2 abzuspalten könnte sinnvoll sein.
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Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/beispiel/atomene2.htm
Letzte Änderung: 05.10.12 (1 neuer Literaturhinweis)


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