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Atomenergie 8. Behauptung


Das Abschalten der Atomkraftwerke erzwingt den Bau vieler 1000 km neuer Hochspannungsleitungen

Die neuen Hochspannungsleitungen brauchen wir für den regenerativ erzeugten Strom, weil der nicht ausschließlich in Verbrauchernähe erzeugt werden kann. So lange man sich auf Gas als Energieträger einlässt, gibt es aber eine Menge Alternativen, vor allem im Zusammenhang mit der lokalen Wärmeversorgung.

Warum enthält die Heizungsanlage der meisten größeren Gebäude einen reinen Brenner und ist kein Heizkraftwerk? Es gibt Entwicklungen in dieser Richtung mit dem Ergebnis, dass sehr viel Strom in unmittelbarer Nähe des Verbrauchers erzeugt würde – völlig ohne Hochspannungsnetz.

Übrigens sollte die Gelegenheit genutzt werden, um ein HGÜ-Netz aufzubauen[21]. Unter HGÜ versteht man Hochspannungs-Gleichstromübertragung. Dazu wird der übliche Wechselstrom auf Spannungen von 500 kV und mehr hochtransformiert und dann gleichgerichtet. Dieser Gleichstrom kann große Entfernungen deutlich besser überwinden als Wechselstrom:

  • Wechselstrom nutzt die Leitungen relativ schlecht, weil Spannungen und Ströme ständig schwanken. Die Isolation muss für das 1,4-fache der Effektivspannung ausgelegt werden und der Stron fließt, wegen des Skineffekts, vorzugsweise in den äußeren 15 mm der Leitungen. Die Strippen an den Hochspannungsmasten sind deshalb hohl. Oft genug bestehen die Leiter genau deswegen auch aus 2-4 Seilen, die mit Abstandshaltern voneinander getrennt werden.
  • Gleichspannungssysteme können leichter unter der Erde verlegt werden – genau deshalb wurde schon in den 1950er Jahren ein HGÜ-System zwischen dem schwedischen Festland und der Insel Gotland eingerichtet.

Praktisch alle Leitungen, die Strom über 1000 oder mehr km übertragen müssen, sind HGÜ-Systeme. Faustregel, zumindest für Drehstromsysteme: Pro kV Spannung kommt man unter wirtschaftlichen Randbedingungen etwa 1 km weit. Als erstes könnten zwei HGÜ-Schienen von der Nordsee zu dem Pumpspeicherwerken im Südschwarzwald und von der Ostsee über Bayern nach Österreich mit seinen Pumpspeicherwerken eingerichtet werden. Das westliche System könnte über die Offshore-Windanlagen bis nach Großbritannien verlängert werden.

Ich kapiere sowieso nicht, wozu die Briten je Atomstrom brauchten – vermutlich um das Spaltmaterial für ihre Atombomben und U-Boote herzustellen. Die haben nun wirklich genug Wind, Wellen und Gezeiten. Und Energie-Einsparpotential haben die Briten sowieso: Schon mal ein dichtes Fenster in einem britischen Privathaushalt gesehen? Ich nur in Cornwall, wenige km von Lands End, bei einem ehemaligen Angehörigen der Rheinarmee. Die kriegen dort genau so wenig eine Elementarschaden-Versicherung wie ein Hauseigentümer in der Kölner Altstadt – die einzige Chance ist deshalb, das Hans vernünftig sturmfest zu machen. Und die Hausfrau fährt einmal im Jahr nach Deutschland um all die Produkte einzukaufen, die es ihrer Meinung nach daheim nicht in ausreichender Qualität zu kaufen gibt. Den Mann lässt sie daheim, weil der auf dem Heimweg nicht mehr ins Auto passte...

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Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/beispiel/atomene0.htm
Letzte Änderung: 30.05.12 (Literaturhinweis 21 ergänzt: Netzbetreiber wollen jetzt auch HGÜ-Trassen bauen)


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