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12. Januar 2013: Gebrauchtcomputer


Nach dem Lob am Stammtisch (danke!) habe ich gleich das nächste Thema für euch: Gebrauchtgeräte

Früher konnte man bei seinem Arbeitgeber schon mal einen ausrangierten Computer abgreifen - kostenlos oder für ein paar Euro. Vor allem größere Firmen erlauben das nicht mehr, meist aus Gewährleistungsgründen: Die alten Kisten sollen aus dem Haus und man will nichts mehr damit zu tun haben. Gegenüber Privatleuten können Firmen aber ihre Gewährleistungspflichten nicht ausschließen.

Folglich landen diese Rechner häufig bei Gebrauchtcomputer-Händlern - gleich mal 5.000 Stück, wenn ein größeres Unternehmen von Windows XP auf Windows 7 umstellt. Diese Händler löschen die Festplatten, prüfen und reinigen die Geräte und verkaufen sie dann. Ab 50 EUR bekommt man dann einen 2-5 Jahre alten Rechner für kommerziellen Einsatz mit voller Gewährleistung und niedrigem Geräuschpegel.

So mancher von euch wird sich nach meinem letzten PC-Tipp schon gefragt haben, wie er mit dem Ende von Windows XP umgehen soll. Eine Möglichkeit ist der Umstieg auf Linux - dazu werde ich bei Gelegenheit mal etwas schreiben. Auch bei Linux wurde gerade erst ein alter Zopf abgeschnitten: Seit er neuesten Version läuft es nicht mehr auf 386er Rechnern. Das war die Generation mit Windows 3.11, also noch vor Windows 95. Dieser Weg zu Linux lohnt aber sicher nur, wenn der alte Rechner noch stabil, leise und ausreichend schnell läuft.

Wer heute zu Saturn, Conrad, Aldi usw. geht, wird im Laden unter 500 EUR kaum Auswahl finden; bestenfalls auf Nachfrage und Vorbestellung gibt es auch Preiswerteres. Für viele von euch sind diese Kisten auch völlig überdimensioniert: Ihr wollt keine Spiele mit aufwändiger Grafik spielen und keine Videos schneiden. Ihr wollt im WWW surfen, Mails austauschen und vielleicht mal bei Youtube ein kleines Filmchen ansehen. Das geht auch mit den oben erwähnten Gebrauchtrechnern. Auch fernsehen kann man mit den einfachen Rechnern. Passende DVB-T-Empfänger gibt es an 10 EUR.

Natürlich muss man auch bei diesen Gebrauchtrechnern aufpassen: Oft sind sie sehr mager ausgestattet. Wenn nur 512 MB RAM und eine 40-GB-Platte drin sind und das optische Laufwerk keine DVDs brennen kann, sollte man die Finger weg lassen. Oder man kann die nötigen Teile aus seinem alten Rechner ausschlachten. Ich habe z.B. schon mal einen Fujitsu-Siemens-Rechner mit CD-Laufwerk gekauft und den DVD-Brenner aus einem alten Rechner des Tauschring-Mitglieds eingebaut. Das funktioniert aber nicht in jedem Fall. Also erst einen Fachmann fragen und dann den Rechner kaufen!

Viele dieser Grbrauchtrechner werden ohne Betriebssytem verkauft - schließlich müssen die Händler als erstes die Platten mit den Firmendaten löschen. Oft werden diese Gebrauchtrechner aber bereits mit Windows 7 angeboten, das im Laden allein schon um die 100 EUR kostet. Kauft man so einen Rechner für 120 EUR, bekommt man die Hardware fast geschenkt. Für den Händler rechnet sich das trotzdem, weil er die Windows-7-Lizenzen in großen Mengen billiger bekommt.

All diese Betrachtungen gelten aber nur für Rechner, die man sich auf oder unter den Tisch stellt. Von gebrauchten Laptops würde ich generell die Finger lassen: Selbst wenn sie vor drei Jahren Spitzengeräte waren, können sie kaum mit neuen Einsteigergeräten mithalten. Neue Laptops samt Windows 7 oder 8 gibt es schon ab etwa 350 EUR. Zu einem Gebraucht-Laptop für 230 EUR, das ist etwa die Untergrenze, braucht man eine Windows-7-Lizenz (100 EUR) und einen neuen Akku (25-60 EUR). Im Vergleich zu einem Neugerät der Einsteigerklasse ist das selbst dann ein Nullsummenspiel, wenn die Platte groß genug ist (mindestens 100 GB, Neugeräte haben 320-500 GB) und genug Arbeitsspeicher drin ist (2 GB).

Bei Saturn gibt es übrigens fast ausschließlich "Rasierspiegel-Laptops". Einsteiger-Laptops wie den HP650 gibt es dagegen auch mit mattem Bildschirm. So einen habe ich gerade für ein Tauschring-Mitglied hergerichtet - also die "kostenlosen" Beigaben (dafür bekommen die Rechnerhersteller Geld!) runtergeputzt, Diverses eingerichtet und die Daten vom alten Rechner rübergespielt.

Wer mir seinen Rechner bringt muss übrigens damit rechnen, dass er ihn mit einem Stapel DVDs zurück bekommt und ich für das Brennen 10-20 Schleißheimer plus den Preis für die DVDs will: Ehe ich ernsthaft mit irgendwelchen Arbeiten anfange, erstelle ich eine Datensicherung. Sonst ist das Geschrei groß, wenn die Urlaubsfotos der letzten fünf Jahre weg sind. Selbst wenn ich einen Rechner neu einrichte, gibt es DVDs dazu. Damit kann ich den Rechner später mal wieder auf den jeweiligen Zustand bringen. Auch das habe ich bei euch schon gebraucht...


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Alexander von Obert * http://www.techwriter.de/beispiel/12januar.htm
Letzte Änderung: 13.02.13 (Erstfassung)


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